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Samstag, 19. Mai 2012

Unterkühlungen - Erfrierungen

Was ist eine Unterkühlung?

Eine Unterkühlung entsteht, wenn die Wärmeabgabe des Körpers über einen längeren Zeitraum größer ist als die Wärmeproduktion. Klassische Situationen sind der Bergunfall (besonders im Winter oder bei plötzlichem Wetterwechsel im Gebirge), ein Lawinenunglück oder der Sturz in kaltes Wasser. Verletzungen, vor allem mit Schock, Vergiftungen oder Alkohol- und Drogeneinfluss, wirken sich zusätzlich negativ aus. Auch im Frankenwald haben wir vor allem im Winter mit Patienten zutun die unterkühlt sind ( z.B. langes Liegen bei Frakturen der unteren Extremitäten auf  kaltem Boden, eingeklemmte Personen bei Verkehrsunfällen).

 

Was läuft bei einer Unterkühlung im Organismus eines Menschen ab?

Der Körper versucht zunächst, sich gegen die Unterkühlung zu wehren, indem er vermehrt Wärme produziert (u.a. durch Kältezittern). Der Betroffene ist bei Bewusstsein.

In diesem Stadium können Sie den Betroffenen wiedererwärmen:

  • Bringen Sie ihn möglichst an einen warmen Ort und wärmen Sie ihn langsam vom Körperstamm her auf. Dazu entfernen Sie zunächst seine nasse, kalte Kleidung und wickeln den Körper in warme Decken o.Ä.
  • Geben Sie warme, insbesondere gut gezuckerte Getränke (wie z.B. Tee) zu trinken. Beobachten Sie Atmung, Puls und Körpertemperatur und vermeiden Sie erneute Kälteeinwirkung.

Alkoholische Getränke sind entgegen weitläufiger Meinung strengstens verboten (Alkohol weitet die Blutgefäße und beschleunigt die Unterkühlung noch).

Werden im weiteren Verlauf  einer Unterkühlung keine Sofortmaßnahmen eingeleitet, atmet der  Betroffene  langsamer; die Pulsfrequenz und der Blutdruck sinken. Das Kältezittern ist eingestellt; das Schmerzempfinden lässt nach; der Betroffene wird zunehmend müde und schließlich bewusstlos.

In diesem Stadium dürfen Sie keine Aufwärmversuche mehr unternehmen. Die Temperatur würde bei unsachgerechtem Aufwärmen lediglich weiter absinken und der Betroffene stirbt.

  • Wenn der Betroffene bewusstlos ist, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage  und verhindern Sie weiteres Auskühlen (zudecken). Kontrollieren Sie ständig Atmung und Kreislauf.
  • Alarmieren Sie schnellstens den Rettungsdienst  über die Rettungsleitstelle in Coburg(19222). Wenn sie über Ihr Mobilfunk den Notfall mitteilen bitte an die Vorwahl denken! (09261/19222)

 

Wann spricht man von Erfrierungen?

Erfrierungen sind örtliche Schädigungen des Gewebes.  Zu erkennen sind für den Ersthelfer meist nur die Frühschäden einer Erfrierung: Die betroffenen Körperteile, häufig Finger, Zehen, Nase, Ohren und Wangen, sind zunächst bläulich-rot, später sehen sie weiß-gelb oder weiß-grau aus. Sie sind kalt, zunächst weich und schmerzhaft, später hart und gefühllos. Die Folgeschäden mit Blasenbildung und absterbendem, schwarzem Gewebe treten erst nach einer Zeit von mehr als 24 Stunden auf. Die erfrorenen Körperregionen dürfen  nicht bewegt werden.


Da meist mit den Erfrierungen auch eine allgemeine Unterkühlung verbunden ist, haben die Maßnahmen gegen die Unterkühlung Vorrang. Alarmieren Sie bitte den Rettungsdienst über die Rettungsleitstelle in Coburg (Telefonnummer 19222)

Wenn sie über Ihr Mobilfunk den Notfall mitteilen bitte an die Vorwahl denken! (09261/19222)

 

Leisten Sie bitte Erste Hilfe! Wir sind auf Sie angewiesen! Anmeldungen  für Erste Hilfe  Kurse nehmen wir gerne unter der Telefonnummer 09261/6072-11 entgegen.

 

Quelle: DRK Generalsekretariat, BRK Landesverband